50 Tage Aufstallpflicht – Unsere Hühner kriegen Lagerkoller

Das Leben ist trostlos geworden für unsere vier Hennen. Seit 50 Tagen kein blauer Himmel, kein grünes Gras, kein Sandbad in der Wintersonne, kein Gruppenkuscheln unterm Busch und kein Scharren auf dem Hochbeet. Stattdessen besteht ihre Welt seit 50 Tagen aus jämmerlichen 18 Quadratmetern in milchig-graues Licht getaucht.IMG_1634

Seit Beginn der Auftstallpflicht in Hamburg leben Helga, Hertha, Heide und Hilde, unsere vier Bielefelder Kennhuhnhennen nämlich in einem Partypavillon, den wir treffender als das „Seuchenzelt“ bezeichnen. Nach behördlicher Entscheidung und Anordnung mussten unsere Hühner Ende November im wahrsten Sinne des Wortes „unter Dach und Fach“. Der neue Lebensraum muss überdacht und regensicher sein und von den Seiten dürfen weder Vogel noch Regenwasser eindringen können. IMG_1632

Die selben Auflagen gelten auch für die gewerblichen Halter. So ein Professioneller wird für seine Hühner allerdings keine Partypavillon-Zeltstadt aufbauen müssen und können. Der hat die entsprechenden Hallen für die Aufstallung schon stehen. Aber Fakt ist: aus dem im Supermarkt als politisch und moralisch korrekt angepriesenen Freilandhuhn-Ei wurde ein „Aufstallhuhn-Ei“. Trotzdem dürfen die Eier noch 12 Wochen (3 Monate!!!) als „Freilandeier“ verkauft werden. „Betrug“ ist vielleicht ein zu hartes Wort dafür. Aber durch die weitere Verwendung des Wortes „Freilauf“ wird definitiv eine falsche Tatsache vor- und somit auch der Verbraucher getäuscht.

Wir haben diese Probleme nicht, denn Helga, Hertha, Heide und Hilde weigern sich einfach, unter diesen Bedingungen Eier zu legen. Um den Eierlegetrieb beim Huhn auszulösen, braucht es Licht. Schönes helles Licht, am besten von der Sonne. Aber unsere vier Hennen leben nun schon 50 Tage in der milchig-grauen Welt eines geschlossenen Partypavillons. Da kommt keine Freude auf und kein Ei ins Nest. HOFFENTLICH IST DIE SCHEI… BALD VORBEI!

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Geflügelpest im Norden – Wir haben Angst um unsere Hühner

Die Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern sind besorgniserregend. Geflügelpest! Stallpflicht! 10-tausende Tiere bereits gekeult (getötet)! Noch ist Hamburg nicht betroffen. Aber wenn die Behörden auch hier Alarm schlagen, müssen wir uns für Helga, Hertha, Heide und Hilde was einfalles lassen. Wir haben keinen großen Stall, in dem wir unsere Bielefelder Kennhühner womöglich mehrere Wochen einsperren können. Die vier Hennen laufen frei im Garten rum. Und nur in der Nacht sind sie in ihrem abschließbaren Hühnerhaus.

Deshalb gibt es jetzt verschiedene Varianten, die wir diskutieren:

1. Wir kaufen einen Garten-Pavillon. Die kriegt man jetzt bestimmt günstig. Der schützt die Hühner immerhin nach oben, so dass ihnen keine vorbeifliegende Gans oder sonst wer auf den Kopf schei… kann.

2. Der Carport wird zum Hühnerstall umfunktioniert.

3. Die Hühner kommen in den Keller. Dort hatten wir sie auch in den ersten Monaten, als sie noch Küken und es draußen noch kalt war. Das wäre aber eigentlich nr eine Lösung für ganz wenige Tage.

Der schlimmste aller Fälle wäre aber, wenn die Geflügelpest irgendwo in unserer Nachbarschaft zuschlagen würde. Dann müssten wir damit rechnen, dass unsere vier Hennen sicherheitshalber und auf behördliche Anordnung getötet werden würden. In Mecklenburg-Vorpommern hat es vor einigen Wochen schon mehrere private Halter getroffen. Nachdem in einem Putenmastbetrieb in der Uecker-Randow-Region der gefährliche H5N8-Virus festgestellt wurde, wurden nicht nur alle Tiere des Betriebs (mehr als 30.000 Puten) getötet. Auch mehrere tausend Hühner, Gänse und Puten privater Halter, so wie wir es sind, mussten sterben. Soweit wird es hoffentlich bei uns nicht kommen.