Mehr Auslauf – Unsere Hühner bekommen ein größeres Gehege

Der Winter ist vorbei und unsere Hühner haben im Garten ganze Arbeit geleistet. Nach der Habichtattacke im Herbst mussten wir die „hinterbliebenen“ sechs Hennen erst einmal in Sicherheit bringen. Einen Teil unseres Gartens hatten wir dafür eingezäunt und mit einem Vogelschutznetz überspannt. Die Hühner waren so zwar sicher, aber der Rasen in dem kleinen Gehege wurde komplett zerstört. Seid es Frühling ist, dürfen die Damen wieder im ganzen Garten herumlaufen, stürzen sich jetzt aber wie die Verrückten auf jeden noch so kleinen grünen Halm.

Gerade zur richtigen Zeit hat uns ein Nachbar seinen Gartenteil zur teilweisen Nutzung angeboten. Jetzt können wir eine vernünftig große und abwechslungsreiche Fläche als neues Hühnergehege einzäunen.

Zum Einzäunen benutzen wir sehr gern französischen Staketenzaun. Der ist nicht ganz billig, sieht dafür aber toll aus und hält ewig, weil er aus Robinie oder Edelkastanie ist. Wie man den Zaun am besten aufstellt, mit einfachsten Mitteln eine Tür dafür baut, die Enden der Pfosten vor dem schnellen Verrotten schützen kann und worauf man sonst noch achten sollte, seht Ihr alles in meinem Video. Viel Spaß beim Ansehen!

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FOCUS Gesundheit berichtet über Stadtlandeier

Scannen 5Die aktuelle Ausgabe von FOCUS Gesundheit widmet sich dem Thema „Gesünder essen“. Unter anderem geht es auch darum, was Menschen in der Stadt tun, um sich selbst mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Eine Erzieherin aus Köln mietet sich für die Selbstversorgung mit Gemüse einen kleinen Acker vor der Stadt. Eine Heilpraktikerin aus Hamburg sammelt in den städtischen Parks Kräuter und eine Kulturwissenschaftlerin hat ihr Herz für Bienen und die Imkerei entdeckt. Und auch unser Projekt „stadtlandeier“ wird vorgestellt.

Wir finden, dass vor allem das Bild, das die ganze Familie zusammen mit 1,5 Bielefelder Kennhühnern und einer unserer „Rettet-das-Huhn“-Hennen zeigt, sehr schön geworden ist. In den Text dazu hat sich allerdings ein kleiner Fehler eingeschlichen. Ich, Stefan, bin erst 38 und nicht 47. Aber besser so als andersrum. So glaubt wenigsten jeder, ich hätte mich für 47 „gut gehalten“. 😉


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Henne Hertha „gluckt“ – Ein unerfüllter Kinderwunsch und seine Folgen

Hertha hat es erwischt, sie „gluckt“! Hühnerhalter werden jetzt wissend nicken, ein resignierendes „Oh ha!“ von sich geben oder sich ein gut gemeintes „Wird schon!“ abringen. Wer keine Ahnung von Hühner hat, fragt: „Hä?“IMG_2028

Deshalb kurz die Erklärung, was es mit dem Glucken auf sich hat. Bei Henne Hertha sind die Hormone durchgegangen und die Natur fordert ihr Recht. Das Recht auf Nachwuchs. Hertha möchte gern Eier ausbrüten und Küken bekommen. Weil wir aber gar keinen Hahn haben und die Eier deshalb unbefruchtet sind, ist das ein ziemlich aussichtsloses, um nicht zu sagen sinnloses Vorhaben. „Oh, die Arme! Sie möchte so gern Kinder und darf nicht!“, sagt Alena, meine Frau und mit ihr viele andere Frauen, denen wir die Geschichte erzählen. Frauen scheint die Tragik eines ungestillten Kinderwunsches mehr zu berühren als Männer.

Mich beschäftigt etwas anderes viel mehr. Während der Brutzeit verlassen die Hennen ihr Nest selten, um zu fressen und zu trinken. Bei einer gesunden Henne kein Problem, weil nach rund 21 Tagen alles vorbei ist und die Küken schlüpfen. Bei Hertha können aber keine Küken schlüpfen. Sie könnte ewig auf dem Nest sitzen und versuchen, irgend etwas auszubrüten. Und am Ende verhungert oder verdurstet sie. Das darf auf keinen Fall passieren. Aber was können wir machen? Irgendwer muss einen Tipp haben, denn schließlich sind wir nicht die ersten Hühnerhalter mit diesem Problem.

Ich durchforste das Internet. In vielen Foren werden die unterschiedlichsten Ratschläge diskutiert. Einige sind grausam. Da ist von Eiswasser die Rede, denn die Henne müsse einen Schock bekommen, um ihre Eier zu vergessen. Andere empfehlen, das Huhn in einen engen Käfig zu stecken und von den anderen zu trennen. Beides entspricht nicht unserer Vorstellung von tiergerechter Hühnerhaltung. Wir versuchen es deshalb zunächst auf eine sanfte Art und nehmen Hertha drei Mal täglich vom Nest und setzen sie in den Garten. Wenigstens frisst und trinkt sie dabei jedes mal etwas. Aber nach ein paar Minuten rennt sie wie eine Verrückte wieder zurück in den Stall. Das sieht lustig aus, ist es aber überhaupt nicht.IMG_2029

Die Lage wird zunehmend ernster. Seit zwei Wochen hält Hertas Zustand jetzt schon an und sie hat merklich abgenommen. In meiner Verzweiflung wende ich mich an die Stiftung Bündnis Mensch und Tier. Wenn einer weiß, wie man in dieser Situation artgemäß und tiergerechter handelt, dann die Experten der Stiftung. Cornelia Drees ist die Hühner-Expertin der Stifung und rät mir dazu, der Natur einfach nachzugeben. Wir sollen Hertha ein Brutei besorgen, also ein befruchtes Ei, und sie Mutter werden lassen. Ein schöner Gedanke, der aber drei Haken hat. 1. was machen wir, wenn Herta einen Hahn ausbrütet? Den können wir aus Rücksicht auf die Nachbarn nicht behalten. Die Chancen dafür stehen 50:50. 2. Ein Ei wird nicht reichen, denn wenn das nicht befruchtet ist, bleibt unser Problem bestehen. 3. wenn wir ihr zur Sicherheit mehrere Eier unterschieben, haben wir am Ende mehr Hühner, als wir halten können.

Die Brutei-Lösung kommt  für uns also zur Zeit zumindest nicht in Frage. Wir bekommen einen Tipp von einer Hühnerhalterin, die so ähnlich denkt wie wir. Sie rät, die Henne vom Nest zu nehmen, sie tagsüber in einen separaten Auslauf ohne Zugang zum Stall zu halten und Nachts ebenfalls fern vom Nest einzusperren. Wir riegeln also einen Teil des  Gartens für Hertha ab. Das gefällt ihr nicht. Überhaupt nicht. Den ersten Tag rennt sie am Zaun auf und ab und will zurück zu ihrem (nicht vorhandenem) Gelege. Aber immerhin, sie frisst und trinkt mehr als sonst. Am zweiten Tag ist sie schon deutlich ruhiger. Sie scharrt mehr und nimmt ausgiebige Sandbäder. Am dritten Tag nimmt die Geschichte eine unerwartet Wendung. Unser Nachbar schmeißt direkt neben Herthas Einzelgehege seinen Benzinrasenmäher an. Das Huhn erschrickt sich, flattert über den Zaun und läuft in seiner Panik zu den anderen Hühnern. Und bleibt dort! Ich kann es kaum fassen   Ungläubig gucke ich immer wieder nach. Aber obwohl sie es könnte, geht sie nicht zurück in den Stall und ins Nest. Das Problem hat sich offenbar erledigt… Dank des Benzinrasenmähers unseres Nachbarn.

Nun möchte ich niemanden dazu ermutigen, neben seiner gluckenden Henne permanent den Rasenmäher, den Laubbläser oder einen China-Böller zu zünden. Vielleicht hätte unsere Vereinzelungsmaßnahme nach ein paar Tagen auch gewirkt. Vielleicht hat sie auch erst die Vorraussetzungen dafür geschaffen, dass der Rasenmäher wirken konnte. Ich weiß es nicht. Aber wenn die nächste Henne sitzenbleibt, bin ich etwas entspannter. Es gibt Lösungen für das Problem.

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Einmal Kartoffeln! Immer Kartoffeln!

Ich liebe es, Kartoffeln anzubauen. Sie sind verhältnismäßig anspruchslos, wachsen schnell, haben ein sattes Grün und je nach Sorte auch eine schöne Blüte. Das Beste an Kartoffeln ist aber natürlich, dass man bei der Ernte richtig was in der Hand hat und davon auch noch satt wird. Kartoffeln im eigenen Garten anzubauen ist für mich das Sinnbild für Selbstversorgung.

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Aber, wer einmal Kartoffeln angebaut hat, wird sie so schnell nicht wieder los. Denn aus jeder noch so kleinen Kartoffel, die man bei der Ernte in der Erde nicht gefunden hat, wird im nächsten Jahr eine neue Pflanze. Und wer schon einmal Kartoffeln geerntet hat, weiß, dass man NIE alle findet.

Und so kommt es, dass zwischen unseren Zucchini, die wir lieebevoll vorgezogen hatten, wild die Kartoffeln aus dem Boden schießen. Auf dem Nachbarbeet wachsen friedlich nebeneinander Möhren, Zwiebeln, Rote Beete und… Kartoffeln aus dem Vorjahr. Selbst hinter dem Frühbeet schießen sie hervor… aus einem nur wenige Zentimeter breiten Spalt zwischen Frühbeetkasten und Hochbeetbegrenzung.IMG_1918IMG_1919

Man könnte die „wilden“ Kartoffeln natürlich wachsen lassen und am Ende wieder ernten. Aber nicht immer ist das sinnvoll. Kartoffelplflanzen können sehr viel Platz für sich beanspruchen und behindern dadurch die eigentlich gewollten Pflanzen beim Wachsen. Und sie ziehen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, die dann den anderen Pflanzen fehlen. Außerdem gibt es Pflanzen, die mit der Kartoffel in der Nachbarschaft nicht wirklich klar kommen. Rote Beete, Tomaten, Zwiebeln, Erbsen, Gurken, Kürbis und Sellerie mögen die Anwesenheit der Knolle nicht und wachsen unter Umständen schlechter.

Aber ich scheue mich ein wenig davor, die Kartoffelpflanzen rauszureißen. Schließlich hat sich diese Kartoffel vor einem Jahr erfolgreich vor mir versteckt. Jetzt kämpft sie sich nach oben und will leben. Ein etwas romantischer Gedanke. Aber ich lasse die „wilden“ Kartoffeln einfach wachsen. Im nächsten Jahr wird die Erde im Hochbeet sowieso komplett ausgetauscht. Und meine „regulären“ Kartoffeln habe ich dieses Jahr in Mörtelbottiche gepflanzt. Die werden nach der Ernte komplett ausgeleert und dann entwischt mir keine einzige Knolle mehr.

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Die Kräuter-Staffelei – das Kräuterbeet des Cityfarmers für den Balkon

Wer gern kocht, braucht frische Kräuter -am besten aus dem eigenen Garten. Aber für jeden Schnittlauchhalm und Basilikumblatt jedes Mal Treppe runter, rauslaufen und Treppe wieder hoch? Da ist es schon praktischer, wenn die Kräuter auf dem Balkon wachsen. Weil unser Balkon aber nur sehr klein ist, habe ich die Idee eines Kräuterregals aufgegriffen und etwas abgewandelt. So entstand aus Einer Euro-Pelette, einer alten Dachlatte und einer Hand voll Schrauben die „Kräuterstaffelei“. Der Clou: das Regal hängt nicht an der Wand sondern steht auf drei eigenen Beinen, die so ähnlich angeordnet sind, wie bei einer Malerstaffelei.

Hamburger Abendblatt berichtet über unsere Hühner

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat sich die Hamburger Journalistin Melanie Wassink dem Thema „Private Hühnerhaltung in Hamburg als Alternative zur Massentierhaltung“ gewidmet und uns als ein Beispiel vorgestellt. Heute wurde der Artikel im Wirtschaftsteil des Abendblatts veröffentlicht. Aus unserer Sicht eine gelungene Reportage. Den kompletten Artikel gibt´s >>>hier<<<

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Das Hamburger Abendblatt ist unseren Hühnern übrigens gut bekannt. Denn mit der Ausgabe vom Vortag legen wir täglich das Kotbrett aus. Das erleichtert das Säubern.

Sagt das eine Huhn zum anderen: „Du, wir sind im Abendblatt“. Darauf das andere: „Drauf geschissen!“

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Unsere Hühner haben eine 5-Tage-Woche

„Ich wollt´, ich wär´ein Huhn! Ich hätte´nicht viel zu tun! Ich legte jeden Tag ein Ei und Sonntags auch mal zwei!“ Das Lied kennt nur wirklich jeder. Und immer, wenn die Sprache auf unsere Hühner kommt, fängt irgend wer an es zu singen. Was erstens nicht immer schön klingt und zweitens mit der Realität zumindest in in unserem Garten nicht zu tun hat.

Nach der Rückkehr aus unserem Urlaub, während dessen sich unsere Nachbarn liebevoll um unsere vier Stadthühner gekümmert hatten, stellten wir mit Freude fest, dass inzwischen jedes Huhn Eier legt. „Wir hatten jeden Tage vier Eier!“, verkündete unsere Nachbarin Birgit freudestrahlend und schürte damit eine gewisse Erwartungshaltung bei uns. Leider wurde diese nicht erfüllt.

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Es gibt schon mal Tage, an denen vier Eier in den Nestern liegen. In der Regel finden wir aber nur drei Eier. Und manchmal sind es sogar nur zwei. „Komisch, bei uns waren es immer vier Eier!“, sagt Birgit dann und weckt den Eierneid in uns. Vielleicht lag´s am Mais, den Birgit den Hühner gegeben hat? Wir haben es probiert. Gebracht hat es nichts.

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Blicken wir der ernüchternden Realität und den harten Fakten schonungslos ins Gesicht: unsere Hühner sind offenbar gewerkschaftlich organisiert und arbeiten höchstens fünf Tage pro Woche! Die Rechnung ist einfach: Im Wochenschnitt kommen wir auf 21 Eier! Geteilt durch vier Hühner sind das 5,25 Eier pro Huhn und Woche…. also eine 5-Tage-Woche mit gelegentlichen Überstunden.

In unserem Fall müsste das „Jeden-Tag-Ein-Ei-Lied“ also eigentlich so gehen: „Ich wollt, ich wär´ ein Huhn! Ich hätt´ nicht viel zu tun! Fünf Tage lege ich ein Ei… und dann nehm´ ich zwei Tage frei!“

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Aber natürlich gönnen wir unseren Hühnern ihre freie Zeit. Auch wenn sie nicht jeden Tag ein Ei legen, bereiten sie uns doch jeden Tag Freude. Ihnen beim Picken, Scharren und Laufen durch den Garten zuzusehen, ist unglaublich beruhigend und macht uns – auch wenn das vielleicht komisch klingt – glücklich! Und das ist uns wichtiger als ein paar Eier mehr in der Woche! 

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