Einmal Kartoffeln! Immer Kartoffeln!

Ich liebe es, Kartoffeln anzubauen. Sie sind verhältnismäßig anspruchslos, wachsen schnell, haben ein sattes Grün und je nach Sorte auch eine schöne Blüte. Das Beste an Kartoffeln ist aber natürlich, dass man bei der Ernte richtig was in der Hand hat und davon auch noch satt wird. Kartoffeln im eigenen Garten anzubauen ist für mich das Sinnbild für Selbstversorgung.

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Aber, wer einmal Kartoffeln angebaut hat, wird sie so schnell nicht wieder los. Denn aus jeder noch so kleinen Kartoffel, die man bei der Ernte in der Erde nicht gefunden hat, wird im nächsten Jahr eine neue Pflanze. Und wer schon einmal Kartoffeln geerntet hat, weiß, dass man NIE alle findet.

Und so kommt es, dass zwischen unseren Zucchini, die wir lieebevoll vorgezogen hatten, wild die Kartoffeln aus dem Boden schießen. Auf dem Nachbarbeet wachsen friedlich nebeneinander Möhren, Zwiebeln, Rote Beete und… Kartoffeln aus dem Vorjahr. Selbst hinter dem Frühbeet schießen sie hervor… aus einem nur wenige Zentimeter breiten Spalt zwischen Frühbeetkasten und Hochbeetbegrenzung.IMG_1918IMG_1919

Man könnte die „wilden“ Kartoffeln natürlich wachsen lassen und am Ende wieder ernten. Aber nicht immer ist das sinnvoll. Kartoffelplflanzen können sehr viel Platz für sich beanspruchen und behindern dadurch die eigentlich gewollten Pflanzen beim Wachsen. Und sie ziehen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, die dann den anderen Pflanzen fehlen. Außerdem gibt es Pflanzen, die mit der Kartoffel in der Nachbarschaft nicht wirklich klar kommen. Rote Beete, Tomaten, Zwiebeln, Erbsen, Gurken, Kürbis und Sellerie mögen die Anwesenheit der Knolle nicht und wachsen unter Umständen schlechter.

Aber ich scheue mich ein wenig davor, die Kartoffelpflanzen rauszureißen. Schließlich hat sich diese Kartoffel vor einem Jahr erfolgreich vor mir versteckt. Jetzt kämpft sie sich nach oben und will leben. Ein etwas romantischer Gedanke. Aber ich lasse die „wilden“ Kartoffeln einfach wachsen. Im nächsten Jahr wird die Erde im Hochbeet sowieso komplett ausgetauscht. Und meine „regulären“ Kartoffeln habe ich dieses Jahr in Mörtelbottiche gepflanzt. Die werden nach der Ernte komplett ausgeleert und dann entwischt mir keine einzige Knolle mehr.

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Kartoffelernte im Stadtlandeiergarten

Nach dreieinhalb Monaten kommen die ersten Kartoffeln aus der Erde. Vom Ertrag bin ich ein bisschen enttäuscht. Irgendwie zu wenig! Aber immerhin, es sind die ersten eigenen Kartoffeln… und das sind echt dicke Dinger. Wie war noch gleich das Verhältnis Dicke der Kartoffel zu IQ des Bauern?

Gewachsen sind sie mehr oder weniger von allein. Beim Setzen habe ich mir allerdings sehr viel Mühe gegeben, den Abstand zwischen den einzelnen Knollen gemäß „Gebrauchsanleitung“ peinlich genau einzuhalten. Am Ende war das Beet trotzdem  mit Kartoffelpflanzen überwuchert.

Nach ein paar Wochen, als die Pflanzen ca. 20 cm aus der Erde guckten, habe ich etwas Erde um die Stengel angehäuft. Danach hieß es warten.

Auf dem Nachbarbeet habe ich noch eine weitere „Rutsche“ Kartoffeln gesetzt. Die sind nicht nur später dran mit der Ernte sondern vor allem lila. Da bin ich besonders gespannt. Die Sorte heißt „Blue Congo“ und macht im Allgemeinen einen etwas robusteren Eindruck als ihre frühen Verwandten auf dem Nachbarbeet. Sobald „Blue Congo“ fällig ist, gibt´s Fotos und geschmackliche Eindrücke hier an dieser Stelle.