Hamburger Abendblatt berichtet über unsere Hühner

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat sich die Hamburger Journalistin Melanie Wassink dem Thema „Private Hühnerhaltung in Hamburg als Alternative zur Massentierhaltung“ gewidmet und uns als ein Beispiel vorgestellt. Heute wurde der Artikel im Wirtschaftsteil des Abendblatts veröffentlicht. Aus unserer Sicht eine gelungene Reportage. Den kompletten Artikel gibt´s >>>hier<<<

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Das Hamburger Abendblatt ist unseren Hühnern übrigens gut bekannt. Denn mit der Ausgabe vom Vortag legen wir täglich das Kotbrett aus. Das erleichtert das Säubern.

Sagt das eine Huhn zum anderen: „Du, wir sind im Abendblatt“. Darauf das andere: „Drauf geschissen!“

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Geflügelpest im Norden – Wir haben Angst um unsere Hühner

Die Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern sind besorgniserregend. Geflügelpest! Stallpflicht! 10-tausende Tiere bereits gekeult (getötet)! Noch ist Hamburg nicht betroffen. Aber wenn die Behörden auch hier Alarm schlagen, müssen wir uns für Helga, Hertha, Heide und Hilde was einfalles lassen. Wir haben keinen großen Stall, in dem wir unsere Bielefelder Kennhühner womöglich mehrere Wochen einsperren können. Die vier Hennen laufen frei im Garten rum. Und nur in der Nacht sind sie in ihrem abschließbaren Hühnerhaus.

Deshalb gibt es jetzt verschiedene Varianten, die wir diskutieren:

1. Wir kaufen einen Garten-Pavillon. Die kriegt man jetzt bestimmt günstig. Der schützt die Hühner immerhin nach oben, so dass ihnen keine vorbeifliegende Gans oder sonst wer auf den Kopf schei… kann.

2. Der Carport wird zum Hühnerstall umfunktioniert.

3. Die Hühner kommen in den Keller. Dort hatten wir sie auch in den ersten Monaten, als sie noch Küken und es draußen noch kalt war. Das wäre aber eigentlich nr eine Lösung für ganz wenige Tage.

Der schlimmste aller Fälle wäre aber, wenn die Geflügelpest irgendwo in unserer Nachbarschaft zuschlagen würde. Dann müssten wir damit rechnen, dass unsere vier Hennen sicherheitshalber und auf behördliche Anordnung getötet werden würden. In Mecklenburg-Vorpommern hat es vor einigen Wochen schon mehrere private Halter getroffen. Nachdem in einem Putenmastbetrieb in der Uecker-Randow-Region der gefährliche H5N8-Virus festgestellt wurde, wurden nicht nur alle Tiere des Betriebs (mehr als 30.000 Puten) getötet. Auch mehrere tausend Hühner, Gänse und Puten privater Halter, so wie wir es sind, mussten sterben. Soweit wird es hoffentlich bei uns nicht kommen.

Keine Eier! Kein Nutzen! Keine Chance!

Wären unsere Hühner nicht unsere Hühner sondern die eines professionellen Eierproduktionsbetriebes, wären sie jetzt vermutlich schon tot. Denn sie legen keine Eier mehr! Eigentlich ist das völlig normal im Leben einer Henne, denn die Hühner sind in der Mauser. D.h. sie wechseln ihr Federkleid. Das dauert sechs bis acht Wochen und verlangt den Hühnern so viel Energie ab, dass sie einfach keine Eier legen können.

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Bei unseren vier Bielefelder Kennhuhn-Damen war es Mitte September nach 9,5 Lebensmonaten so weit. Zuerst wurden es weniger Eier, dann verloren sie massenhaft Federn, vor allem am Hals. Jetzt sehen sie wie das sprichwörtliche „gerupfte Huhn“ aus und die tägliche Eierausbeute beläuft sich auf 0! In Worten: NULL

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Der Profi-Hühnerbauer, egal ob Bio oder konservativ, kann sich aber tausende Hühner, die über Wochen keine Eier legen und stattdessen nur Kosten verursachen, nicht leisten. Deshalb wird das Einsetzen der Mauser so lange wie möglich durch viel Licht, entsprechendes Futter und sicher auch durch Hormone hinausgezögert. Doch irgendwann lässt sich die Natur nicht mehr überlisten. Die Mauser beginnt und die Hühner werden nach nur wenigen Lebensmonaten zu unproduktiven Produktionseinheiten. Für den Betrieb heißt das: es müssen neue Legehennen her. Und die „alten“ und „unnützen“ Hühner? Sie werden ausgestallt und entsorgt, was nichts anderes als den Tod bedeutet.

Nur ganz wenige Hennen können durch die Initiative „Rettet das Huhn“ an neue Halter vermittelt werden. Dort dürfen sie weiterleben und legen nach der Mauser auch wieder Eier.

Auch bei uns gibt’s demnächst hoffentlich wieder Eier. Auf dem Kotbrett haben wir neulich jede Menge von etwas entdeckt, das wie weiße Schuppen aussah. Es waren kleine Schutzkappen, die von den nachwachsenden Federn abgefallen sind. Angeblich ein sicheres Zeichen dafür, dass die Mauser bald zu Ende ist.

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Unsere Hühner haben eine 5-Tage-Woche

„Ich wollt´, ich wär´ein Huhn! Ich hätte´nicht viel zu tun! Ich legte jeden Tag ein Ei und Sonntags auch mal zwei!“ Das Lied kennt nur wirklich jeder. Und immer, wenn die Sprache auf unsere Hühner kommt, fängt irgend wer an es zu singen. Was erstens nicht immer schön klingt und zweitens mit der Realität zumindest in in unserem Garten nicht zu tun hat.

Nach der Rückkehr aus unserem Urlaub, während dessen sich unsere Nachbarn liebevoll um unsere vier Stadthühner gekümmert hatten, stellten wir mit Freude fest, dass inzwischen jedes Huhn Eier legt. „Wir hatten jeden Tage vier Eier!“, verkündete unsere Nachbarin Birgit freudestrahlend und schürte damit eine gewisse Erwartungshaltung bei uns. Leider wurde diese nicht erfüllt.

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Es gibt schon mal Tage, an denen vier Eier in den Nestern liegen. In der Regel finden wir aber nur drei Eier. Und manchmal sind es sogar nur zwei. „Komisch, bei uns waren es immer vier Eier!“, sagt Birgit dann und weckt den Eierneid in uns. Vielleicht lag´s am Mais, den Birgit den Hühner gegeben hat? Wir haben es probiert. Gebracht hat es nichts.

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Blicken wir der ernüchternden Realität und den harten Fakten schonungslos ins Gesicht: unsere Hühner sind offenbar gewerkschaftlich organisiert und arbeiten höchstens fünf Tage pro Woche! Die Rechnung ist einfach: Im Wochenschnitt kommen wir auf 21 Eier! Geteilt durch vier Hühner sind das 5,25 Eier pro Huhn und Woche…. also eine 5-Tage-Woche mit gelegentlichen Überstunden.

In unserem Fall müsste das „Jeden-Tag-Ein-Ei-Lied“ also eigentlich so gehen: „Ich wollt, ich wär´ ein Huhn! Ich hätt´ nicht viel zu tun! Fünf Tage lege ich ein Ei… und dann nehm´ ich zwei Tage frei!“

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Aber natürlich gönnen wir unseren Hühnern ihre freie Zeit. Auch wenn sie nicht jeden Tag ein Ei legen, bereiten sie uns doch jeden Tag Freude. Ihnen beim Picken, Scharren und Laufen durch den Garten zuzusehen, ist unglaublich beruhigend und macht uns – auch wenn das vielleicht komisch klingt – glücklich! Und das ist uns wichtiger als ein paar Eier mehr in der Woche! 

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Update für´s Hühnerhaus – Let´s get ready to Eierlegen

Unsere Hühner sind jetzt bald fünf Monate alt und schon ziemlich groß. Vor ein paar Tagen haben die vier Hennen ihre zweite Impfung bekommen und irgendwann demnächst könnten sie anfangen Eier zu legen. Also ich will nicht drängen, aber so langsam wird´s Zeit! 😉

Da auch ein Huhn seine Eier eher in ruhiger und etwas abgeschiedener Atmosphäre legt, habe ich den Damen einen extra Anbau zur Eiablage gebaut. Zur besseren Durchlüftung des Hauses wurden außerdem Luftlöcher gebohrt und ein Kotbrett sorgt für mehr Sauberkeit im Stall.

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Der Eierkasten (der nicht angestrichene Teil an der linken Hausseite) ist bequem von Außen zu erreichen. Das Dach lässt sich hochklappen und man kommt gut an die Eier, wenn nicht gerade ein Huhn drauf sitzt.

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Der Zugang zu den Nestern von Innen. Damit möglichst wenig Licht einfallen kann, sind die Öffnungen oben halbrund. Ich hoffen, die Größe für die Boxen ist ausreichend. Sie orientiert sich an den Euro-Legeboxen im Handel.

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Die Nester von Innen. Wir haben uns für die klassische Stroheinlage entschieden, weil die für das Huhn besser sein soll. Die Alternative ist eine Vorrichtung, bei der das Ei durch ein Loch fällt. Damit ist es sicher vor Hennen, die gern Eier aufpicken. Ich hoffe aber, dass wir so eine Eierpickerin nicht in unserer Herde haben.

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Das Kotbrett unter der Sitzstange soll für mehr Sauberkeit im Stall sorgen, da die Hühner vor allem Nachts das ein oder andere fallen lassen. Jetzt brauchen wir nur morgens die Zeitung aufrollen und neue auslegen. So bleibt´s untenrum sauber und die Hühner haben immer was Neues zum Lesen.

896 Millionen weniger tote Tiere, wenn wir nur noch einmal pro Woche Fleisch essen

Was wäre, wenn wir unseren Fleischkonsum um 80 % reduzieren würden? Wenn also statt täglich Wurst, Schnitzel, Roulade, Frikassee, Bulette und Steak nur einmal die Woche Fleisch auf den Tisch käme? Die Antworten gibt es in diesem Video. Und ich möchte gern noch folgendes hinzufügen, was nicht erwähnt wird:

Weniger ist leckerer
Die verhältnismäßig geringe Menge Fleisch, die fortan verbraucht werden würde, müsste nicht mehr „industriell“ durch Massentierhaltung erzeugt werden. Stattdessen könnten wieder kleine und mittelständische Bauern Kühe, Schweine und Hühner halten und das Fleisch verkaufen. Das nutzt den Verbrauchern, weil das Fleisch eine bessere Qualität hat. Es nutzt den Tieren, denn die Haltung könnte wiederum auf eine Art und Weise geschehen, die den Tieren gerecht wird und sie nicht zu Rohstofflieferanten degradiert. Und es nutzt den Bauern, denn das Kilo Fleisch können sie für gutes Geld verkaufen. Da wir den Rest der Woche kein Fleisch mehr essen, können wir uns den „gute“ Sonntagsbraten auch etwas kosten lassen.

Klimakiller Käse!
Was in dem Bericht nicht erwähnt wird, ist das Problem „Milchwirtschaft“. Denn was für die Fleischproduktion gilt, hat seine Gültigkeit auch bei der Produktion von Milchprodukten. Auch diese Kühe fressen sehr viel. Auch diese Kühe produzieren sehr viel Treibhausgas. Und was vielen nicht bewusst ist: wenn eine Kuh Milch geben soll, muss sie regelmäßig kalben… also ein Baby zur Welt bringen. Die Kuhkälber kann der Bauer gebrauchen, denn auch sie geben später Milch. Aber was macht er mit den Bullenkälbern? Sie werden nur geboren, um zu sterben. Denn ganz krass ausgedrückt, sind sie ein Abfallprodukt der Milchindustrie.

Umdenken statt zwingen!
Man kann niemanden dazu zwingen, weniger Fleisch zu essen. Mit entsprechenden Gesetzen könnte man sicherlich die Bedingungen für die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten verschärfen, um die Zucht und Haltung entsprechender Tiere artgerechter zu machen. Dadurch würden sich automatisch die Preise für Milch- und Fleischprodukte erhöhen und der Kunde weniger kaufen. Zwei Gründe sprechen jedoch dagegen:
1. Unsere Regierung steckt ganz tief im A… der industriellen Landwirtschaft!
2. Der Verbraucher denken nicht um sondern wird nur zu einem anderen Handeln gezwungen. Das ist so, als würde jemand nur auf´s Auto verzichten, weil ihm der Sprit zu teuer ist, und nicht, aus Gründen des Umweltschutzes.

Für alle die skeptisch sind, ob sie auf Fleisch verzichten können, habe ich noch was aus eigener Erfahrung. Ich esse gern Fleisch und habe früher auch täglich Fleisch gegessen. Alena, meine Frau ist dagegen seit ihrem 7. Lebensjahr Vegetarier und lebt in zwischen vegan. Bei uns zu Hause kommt deshalb kein Fleisch auf den Tisch und ich kann wirklich sehr gut damit leben. Fleisch esse ich nur auswärts. Nur im Sommer, wenn es rundherum nach Gegrilltem riecht, werde ich unruhig. Aber für die paar Male im Jahr, gönne ich mir dann auch das gute und sicherlich auch teure Fleisch.