FOCUS Gesundheit berichtet über Stadtlandeier

Scannen 5Die aktuelle Ausgabe von FOCUS Gesundheit widmet sich dem Thema „Gesünder essen“. Unter anderem geht es auch darum, was Menschen in der Stadt tun, um sich selbst mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Eine Erzieherin aus Köln mietet sich für die Selbstversorgung mit Gemüse einen kleinen Acker vor der Stadt. Eine Heilpraktikerin aus Hamburg sammelt in den städtischen Parks Kräuter und eine Kulturwissenschaftlerin hat ihr Herz für Bienen und die Imkerei entdeckt. Und auch unser Projekt „stadtlandeier“ wird vorgestellt.

Wir finden, dass vor allem das Bild, das die ganze Familie zusammen mit 1,5 Bielefelder Kennhühnern und einer unserer „Rettet-das-Huhn“-Hennen zeigt, sehr schön geworden ist. In den Text dazu hat sich allerdings ein kleiner Fehler eingeschlichen. Ich, Stefan, bin erst 38 und nicht 47. Aber besser so als andersrum. So glaubt wenigsten jeder, ich hätte mich für 47 „gut gehalten“. 😉


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Unsere Hühner im TV – Das Hamburg Journal berichtet über Helga, Heide, Hilde & Co

Das Fernsehen war zu Gast im Stadtlandeier-Garten. Für die Sendung „Hamburg Journal“ im NDR-Fernsehen wurde ein Osterbeitrag gedreht, in dem es um unsere Hennen, ihre Eier und unser Landleben in der Großstadt geht.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Fernsehen unseren Hühnern einen Besuch abstattet. Auch das ZDF war schon da und hat für „Drehscheibe Deutschland“ und „heute in Deutschland“ gedreht. Das Thema „Hühner in der Großstadt“ scheint medial voll einzuschlagen.

Uns soll´s Recht sein. Vielleicht werden durch die Fernsehbeiträge noch mehr Menschen ermutigt, auch in der Stadt Hühner zu halten und sich selbst dadurch eine Alternative zur Massentierhaltung zu schaffen.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Landleben-in-der-Grossstadt,hamj39948.html

Darf ich vorstellen? Frau Hoppe!

Frau Hoppe kam im Januar über die Initiative „Rettet das Huhn“ zu uns. Bis dahin lebte sie zusammen mit rund 800 anderen Hennen in Freilandhaltung. Weil mit dem Einsetzen der Mauser die Legeleistung nachließ, sollten die 800 Hennen ausgestallt, sprich entsorgt werden, um Platz zu machen für neue produktivere Hühner. Als Frau Hoppe und noch eine weitere Henne, Henriette, bei uns ankamen, waren sie beide in einem bedauernswerten Zustand. Nach zwei Monaten haben sich beide Hennen aber gut erholt und aus Frau Hoppe ist ein richtig schönes Huhn geworden, das auch wieder fleißig Eier legt.

stadtlandeier im Interview – Blog ueber-land.eu stellt innovative Landwirtschaftsprojekte vor

Manchmal sind wir selbst ein wenig überrascht, wie viel Interesse unser kleiner Hamburger Hühnerhof in der Welt hervorruft. Ein paar Hühner anzuschaffen, um frische und gute Eier zu haben, war für uns eigentlich gar keine „so große Sache“ und eigentlich hatten wir eher befürchtet, dass man uns als „kauzig“ abtut. Umso mehr freut es uns, so viel positives Feedback zu bekommen und immer mehr Menschen kennenzulernen, die genau so denken, wie wir.

Ganz besonders erfreut waren wir über die Interviewanfrage der österreichischen Bloggerin Barbara Kanzian. Auf ihrem Blog ueber-land.eu stellt sie innovative Landwirtschaftsprojekte vor und war auch an unser Hamburger Hühner-Geschichte interessiert. Warum halten wir Hühner in der Großstadt? Wie haben die Nachbarn darauf reagiert? Welche positiven und negativen Erfahrungen gibt es? was bedeutet und unser kleines Stück Land in der Stadt? Solche und ähnliche Fragen hatte Barbara, die ich ihr gern und stellenweise vielleicht auch etwas ausführlich beantwortet habe. Das komplette Interview gibt es >>>hier>>>

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Auf ueber-land.eu erfahrt Ihr aber nicht nur etwas über Hühnerhalter in Hamburg. Barbara Kanzian stellt viele innovative Landwirtschaftsprojekte aus der ganzen Welt vor – auf dem Land und in der Stadt. So geht es zum Beispiel um Gemüseanbau auf Flachdächern in Kopenhagen, den Urban Farmer Paolo in London oder Fischzucht über den Dächern von Basel. Dazu findet man auf dem Blog viele Anregungen zum Selber machen. Alle, die sich für Landwirtschaft abseits ausgetretener Pfade und jenseits der gesellschaftlichen Normen interessieren, werden auf ueber-land.eu ihre Freude haben. Viel Spaß bei durchstöbern!

Lehmbaukurs oder Endlich wieder im Matsch spielen

„Renata, Lehmbauerin seit 87.“, mit diesen Worten und einem sehr festen Händedruck stellte sich unsere Kursleiterin „Lehmbau“ im Freilichtmuseum Am Kiekeberg vor. Offen ließen sie dabei, ob sich die „87“ auf die Jahre 1887, 1987 oder ihr damaliges Alter bezog. Alles war angesichts der quirligen aber offensichtlich nicht mehr ganz jungen Frau möglich. Zusätzlich verwirrt wurde ich noch durch ihre Bemerkung, sie habe schon Lehmhäuser in Haithabu gebaut. Dabei handelt es sich um eine 1000 Jahre alte Wikingersiedlung an der Schlei.

Wie auch immer man es drehte und interpretierte, diese Renata, Lehmbauerin seit 87, schien wirklich was von ihrem Fach zu verstehen. Eine als „kurze Einleitung“ angekündigte Rede entpuppte sich als nicht enden wollendes Loblied auf die Vorteile des Lehms als Werkstoff im Allgemeinen und die Vorzüge des Lehmbaus im Besonderen. Renata tat das jedoch so begeistert und begeisternd, dass ich danach sofort bereit war, mir eine eigene Lehmhütte zu bauen und diese zu bewohnen. In Ermangelung der dafür benötigten Mengen Lehm, Stroh und Sand, wurde es dann doch nur ein Lehmofen. Aber dieser war uns „wunderschön“ gelungen, schwärmte zumindest Renata. Und die muss es wissen, so als „Lehmbauerin seit 87“.

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Farbe und Konsistenz erinnern an frischen Hundekot. Wenn man seine anfänglichen Hemmungen aber erst einmal überwunden hat, läuft´s wie geschmiert.

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Alles da, für den Lehmbau: Lehm, Sand, Wasser (von oben und im Eimer), Form für die Steine und Stroh (nicht im Bild, als nicht suchen)

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Alles wird mit den Füßen in der Mörtelbütt zusammengerührt. In anderen Ländern machen sie das mit nackten Füßen und nehmen an statt Stroh Kuhdung. Warum nicht, wenn´s gut gemacht ist.

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Wenn alles so richtig schön zusammen bappt, kann´s los gehen. Die Formen werden gefüllt, der Stein trocknet und kann dann verbaut werden. Weil wir aber nur einen verregneten Nachmittag Zeit hatten, haben wir für den Ofen schon vorhandene Steine benutzt.

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Mit den Steinen wird die Form für den Ofen gelegt. „Birnenförmig“ soll sie sein, sagt Renata, Lehmbauerin seit 87, damit das Feuer später besser brennt und sich ein bestimmter Sog entwickeln kann, durch den der Rauch durch die Ofenöffnung entweicht. Der Ofen hat nämlich keinen Schornstein.

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Wenn die Grundform feststeht, wird nach oben gemauert. Die dreieckigen Zwischenräume müssen mit dem angemachten Strom-Lehm-Gemisch ausgefüllt werden. Da es sich um das gleiche Material handelt, dass auch für den Stein genutzt wurde,  verbinden sich Stein und Stoßstelle problemlos und ergeben eine homogene Masse.

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Beim Hochmauern muss der Durchmesser des Ofeninnenraums mit jeder Schicht kleiner werden, damit der Ofen oben geschlossen werden kann. Wichtig ist auch, während des Hochmauernd, den Innenraum sauber zu verputzen. Dafür wird ein Lehmputz angesetzt, der kein Stroh und nur wenig Sand enthält.

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Letzte Innenarbeiten bevor oben der Schlussstein aufgesetzt wird. Wenn der Ofen fertig ist, muss er vor Regenwasser durch eine Plane oder ein Dach geschützt werden, denn sonst löst sich der Lehm wieder auf.

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Und fertig ist der Lehmofen. Der Ofen wird mit Reisig mehrere Stunden befeuert. Dabei zieht der Rauch bedingt durch die Konstruktion (wenn man alles richtig gemacht hat) zur vorderen Öffnung heraus. Nach ein paar Stunden ist der Ofen heiß genug, die Asche wird ausgefegt, das Brot reingelegt und die Öffnung mit einem dicken Eichenbrett sowie Lehm verschlossen. Ist das Brot fertig, hat der Ofen noch genug Wärme, um Dörrobst darin zu trocknen. Und wenn man mal nicht gerade ein Brot backt, kann ein Ofen dieser Größe auch locker als Hundehütte für Dackel, Möpse und Chiwawas herhalten. Dann aber bitte vor dem nächsten Anfeuern reingucken, ob wer drin ist. Sonst gibt´s … NA? … Hot Dog!  Ein Brüller! Der musste jetzt aber auch sein!

896 Millionen weniger tote Tiere, wenn wir nur noch einmal pro Woche Fleisch essen

Was wäre, wenn wir unseren Fleischkonsum um 80 % reduzieren würden? Wenn also statt täglich Wurst, Schnitzel, Roulade, Frikassee, Bulette und Steak nur einmal die Woche Fleisch auf den Tisch käme? Die Antworten gibt es in diesem Video. Und ich möchte gern noch folgendes hinzufügen, was nicht erwähnt wird:

Weniger ist leckerer
Die verhältnismäßig geringe Menge Fleisch, die fortan verbraucht werden würde, müsste nicht mehr „industriell“ durch Massentierhaltung erzeugt werden. Stattdessen könnten wieder kleine und mittelständische Bauern Kühe, Schweine und Hühner halten und das Fleisch verkaufen. Das nutzt den Verbrauchern, weil das Fleisch eine bessere Qualität hat. Es nutzt den Tieren, denn die Haltung könnte wiederum auf eine Art und Weise geschehen, die den Tieren gerecht wird und sie nicht zu Rohstofflieferanten degradiert. Und es nutzt den Bauern, denn das Kilo Fleisch können sie für gutes Geld verkaufen. Da wir den Rest der Woche kein Fleisch mehr essen, können wir uns den „gute“ Sonntagsbraten auch etwas kosten lassen.

Klimakiller Käse!
Was in dem Bericht nicht erwähnt wird, ist das Problem „Milchwirtschaft“. Denn was für die Fleischproduktion gilt, hat seine Gültigkeit auch bei der Produktion von Milchprodukten. Auch diese Kühe fressen sehr viel. Auch diese Kühe produzieren sehr viel Treibhausgas. Und was vielen nicht bewusst ist: wenn eine Kuh Milch geben soll, muss sie regelmäßig kalben… also ein Baby zur Welt bringen. Die Kuhkälber kann der Bauer gebrauchen, denn auch sie geben später Milch. Aber was macht er mit den Bullenkälbern? Sie werden nur geboren, um zu sterben. Denn ganz krass ausgedrückt, sind sie ein Abfallprodukt der Milchindustrie.

Umdenken statt zwingen!
Man kann niemanden dazu zwingen, weniger Fleisch zu essen. Mit entsprechenden Gesetzen könnte man sicherlich die Bedingungen für die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten verschärfen, um die Zucht und Haltung entsprechender Tiere artgerechter zu machen. Dadurch würden sich automatisch die Preise für Milch- und Fleischprodukte erhöhen und der Kunde weniger kaufen. Zwei Gründe sprechen jedoch dagegen:
1. Unsere Regierung steckt ganz tief im A… der industriellen Landwirtschaft!
2. Der Verbraucher denken nicht um sondern wird nur zu einem anderen Handeln gezwungen. Das ist so, als würde jemand nur auf´s Auto verzichten, weil ihm der Sprit zu teuer ist, und nicht, aus Gründen des Umweltschutzes.

Für alle die skeptisch sind, ob sie auf Fleisch verzichten können, habe ich noch was aus eigener Erfahrung. Ich esse gern Fleisch und habe früher auch täglich Fleisch gegessen. Alena, meine Frau ist dagegen seit ihrem 7. Lebensjahr Vegetarier und lebt in zwischen vegan. Bei uns zu Hause kommt deshalb kein Fleisch auf den Tisch und ich kann wirklich sehr gut damit leben. Fleisch esse ich nur auswärts. Nur im Sommer, wenn es rundherum nach Gegrilltem riecht, werde ich unruhig. Aber für die paar Male im Jahr, gönne ich mir dann auch das gute und sicherlich auch teure Fleisch.

„Land unter“ im stadtlandeier-Garten

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Weltuntergangsstimmung in unserem beschaulichen Garten. Eben noch saß ich zusammen mit meiner jüngsten Tochter gemütlich in der gerade erst wieder hergerichteten Garten-Lounge. Und schon im nächsten Moment brach das Unwetter über uns herein. Regen ohne Ende und dazu noch Hagel. „Taubeneigroß“ wäre übertrieben, aber die Größe von Würfelzuckerstückchen hatte der Spaß schon.

 

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Alles war zwar nach nur wenigen Minuten vorbei. Aber der Garten stand erst einmal knöcheltief – und das ist jetzt keine Übertreibung – unter Wasser. Was auf den Fotos aussieht wie Nebenflüsse der Elbe und Überflutungswiesen bei Hitzacker, sind eigentlich unsere Wege und Rasenflächen.

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Die gute Nachricht zum Schluß: Hühner, Kaninchen und Pflanzen sind wohl auf. Und ich muss heute Abend nicht gießen…