Ach Du Schreck, das Huhn ist weg! … und ein Wiederfinden mit Überraschung!

Unsere Frau Hoppe ist schon ein ganz besonderes Huhn. Mitte Januar kam sie über die Initiative „Rettet das Huhn“ aus einer Massentierhaltung zu uns. Damals war sie ein Sorgenfall. Heute macht sie uns normalerweise viel Freude. Nur heute morgen sorgte Frau Hoppe für helle Aufregung und echte Sorgenfalten! Das Huhn war weg!

Wir hatten uns in den vergangenen Tagen schon daran gewöhnt, dass Frau Hoppe gleich morgens, wenn die Tür vom Hühnerhaus aufgeht, ihre Runde durch den Garten machte. Irgendwo oder irgendwie geolang es ihr, den abgesperrten und für die Hühner freigegebenen Teil des Gartens zu verlassen und die „verbotene Zone“ zu erkunden. Aber kaum, dass wir den Garten betraten, kam sie immer sofort zu uns gerannt. HEUTE MORGEN NICHT!

Von Frau Hoppe weit und breit keine Spur! Wir durchsuchten den ganzen Garten, guckten unter jeden Busch, drehten jeden Stein um, informierten den Nachbarn, suchten auf der Straße, dreht jeden Stein wieder zurück und fingen wieder von vorne an. Nichts! So langsam fingen wir an, uns Sorgen zu machen. Die schlimmsten Vorstellungen überkamen uns… Fuchs, Marder, wildernder Hund, Luchs, Wolf (man hört ja so viel)…

Dann entdeckte ich sie. Im aller hintersten Winkel des Garten, hinter einer dicken Buche, zwischen einer Schilfmatte und ein paar aufgestapelten Ziegeln saß sie…. auf nicht mehr und nicht weniger als 20 Eiern. Frau Hoppe hatte sich jeden Morgen aus dem Staub gemacht, um in ihrem „Privat“nest mal ganz in Ruhe und ohne von den anderen gestört zu werden, ein Ei zu legen. Vor allem für Familienmitglieder eine verlockende Vorstellung. 😉IMG_1917

Gleich nach dem Legen ihres Ei´s, gesellte sich Frau Hoppe wieder zu den anderen Hühnern. Ganz offensichtlich hatte sie nicht das Bedürfnis und den Drang, die Eier auszubrüten. Das wäre angesichts der Tatsache, dass sie unbefruchtet sind, auch ein ziemlich sinnloses Vorhaben gewesen für die Henne. Aber gelegentlich gibt es so etwas. „Glucken“ nennt man diesen Bruttrieb. In der Zeit frist die Henne nichts oder nicht viel. Deshalb kann das „Glucken“ für eine Henne gefährlich werden, wenn sie schwach ist oder, wie in unserem Fall, ewig und drei Tage unbefruchtete Eier ausbrüten will.

IMG_1919

Frau Hoppes 20-Eier-Berg landete erst im Korb und dann in der Küche zum Frischetest. Will man wissen, ob ein Ei noch frisch ist, muss man es in ein hohes Gefäß mit Wasser legen. Bleibt es unten liegen, ist es frisch. Stellt es sich aufrecht, ist es durchgegart noch genießbar. Schwimmt es aber oben, dann sollte man es entsorgen. In unserem Fall lagen alle Eier wie ein Stein auf dem Grund des Glases. Also, alle genießbar!

IMG_1922

Künftig sehen wir immer auch in Frau Hoppes heimlichem Nest nach, ob ein Ei drin liegt. Für die Kinder ist das, als wäre jeden Tag Ostern. Und das, Dank Frau Hoppes Extravaganz. Sie ist eben ein ganz besonderes Huhn.

Advertisements

Unsere Hühner im TV – Das Hamburg Journal berichtet über Helga, Heide, Hilde & Co

Das Fernsehen war zu Gast im Stadtlandeier-Garten. Für die Sendung „Hamburg Journal“ im NDR-Fernsehen wurde ein Osterbeitrag gedreht, in dem es um unsere Hennen, ihre Eier und unser Landleben in der Großstadt geht.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Fernsehen unseren Hühnern einen Besuch abstattet. Auch das ZDF war schon da und hat für „Drehscheibe Deutschland“ und „heute in Deutschland“ gedreht. Das Thema „Hühner in der Großstadt“ scheint medial voll einzuschlagen.

Uns soll´s Recht sein. Vielleicht werden durch die Fernsehbeiträge noch mehr Menschen ermutigt, auch in der Stadt Hühner zu halten und sich selbst dadurch eine Alternative zur Massentierhaltung zu schaffen.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Landleben-in-der-Grossstadt,hamj39948.html

Hamburger Abendblatt berichtet über unsere Hühner

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat sich die Hamburger Journalistin Melanie Wassink dem Thema „Private Hühnerhaltung in Hamburg als Alternative zur Massentierhaltung“ gewidmet und uns als ein Beispiel vorgestellt. Heute wurde der Artikel im Wirtschaftsteil des Abendblatts veröffentlicht. Aus unserer Sicht eine gelungene Reportage. Den kompletten Artikel gibt´s >>>hier<<<

IMG_1660

Das Hamburger Abendblatt ist unseren Hühnern übrigens gut bekannt. Denn mit der Ausgabe vom Vortag legen wir täglich das Kotbrett aus. Das erleichtert das Säubern.

Sagt das eine Huhn zum anderen: „Du, wir sind im Abendblatt“. Darauf das andere: „Drauf geschissen!“

IMG_1471

50 Tage Aufstallpflicht – Unsere Hühner kriegen Lagerkoller

Das Leben ist trostlos geworden für unsere vier Hennen. Seit 50 Tagen kein blauer Himmel, kein grünes Gras, kein Sandbad in der Wintersonne, kein Gruppenkuscheln unterm Busch und kein Scharren auf dem Hochbeet. Stattdessen besteht ihre Welt seit 50 Tagen aus jämmerlichen 18 Quadratmetern in milchig-graues Licht getaucht.IMG_1634

Seit Beginn der Auftstallpflicht in Hamburg leben Helga, Hertha, Heide und Hilde, unsere vier Bielefelder Kennhuhnhennen nämlich in einem Partypavillon, den wir treffender als das „Seuchenzelt“ bezeichnen. Nach behördlicher Entscheidung und Anordnung mussten unsere Hühner Ende November im wahrsten Sinne des Wortes „unter Dach und Fach“. Der neue Lebensraum muss überdacht und regensicher sein und von den Seiten dürfen weder Vogel noch Regenwasser eindringen können. IMG_1632

Die selben Auflagen gelten auch für die gewerblichen Halter. So ein Professioneller wird für seine Hühner allerdings keine Partypavillon-Zeltstadt aufbauen müssen und können. Der hat die entsprechenden Hallen für die Aufstallung schon stehen. Aber Fakt ist: aus dem im Supermarkt als politisch und moralisch korrekt angepriesenen Freilandhuhn-Ei wurde ein „Aufstallhuhn-Ei“. Trotzdem dürfen die Eier noch 12 Wochen (3 Monate!!!) als „Freilandeier“ verkauft werden. „Betrug“ ist vielleicht ein zu hartes Wort dafür. Aber durch die weitere Verwendung des Wortes „Freilauf“ wird definitiv eine falsche Tatsache vor- und somit auch der Verbraucher getäuscht.

Wir haben diese Probleme nicht, denn Helga, Hertha, Heide und Hilde weigern sich einfach, unter diesen Bedingungen Eier zu legen. Um den Eierlegetrieb beim Huhn auszulösen, braucht es Licht. Schönes helles Licht, am besten von der Sonne. Aber unsere vier Hennen leben nun schon 50 Tage in der milchig-grauen Welt eines geschlossenen Partypavillons. Da kommt keine Freude auf und kein Ei ins Nest. HOFFENTLICH IST DIE SCHEI… BALD VORBEI!

IMG_1640

Keine Eier! Kein Nutzen! Keine Chance!

Wären unsere Hühner nicht unsere Hühner sondern die eines professionellen Eierproduktionsbetriebes, wären sie jetzt vermutlich schon tot. Denn sie legen keine Eier mehr! Eigentlich ist das völlig normal im Leben einer Henne, denn die Hühner sind in der Mauser. D.h. sie wechseln ihr Federkleid. Das dauert sechs bis acht Wochen und verlangt den Hühnern so viel Energie ab, dass sie einfach keine Eier legen können.

IMG_1462

Bei unseren vier Bielefelder Kennhuhn-Damen war es Mitte September nach 9,5 Lebensmonaten so weit. Zuerst wurden es weniger Eier, dann verloren sie massenhaft Federn, vor allem am Hals. Jetzt sehen sie wie das sprichwörtliche „gerupfte Huhn“ aus und die tägliche Eierausbeute beläuft sich auf 0! In Worten: NULL

IMG_1470

Der Profi-Hühnerbauer, egal ob Bio oder konservativ, kann sich aber tausende Hühner, die über Wochen keine Eier legen und stattdessen nur Kosten verursachen, nicht leisten. Deshalb wird das Einsetzen der Mauser so lange wie möglich durch viel Licht, entsprechendes Futter und sicher auch durch Hormone hinausgezögert. Doch irgendwann lässt sich die Natur nicht mehr überlisten. Die Mauser beginnt und die Hühner werden nach nur wenigen Lebensmonaten zu unproduktiven Produktionseinheiten. Für den Betrieb heißt das: es müssen neue Legehennen her. Und die „alten“ und „unnützen“ Hühner? Sie werden ausgestallt und entsorgt, was nichts anderes als den Tod bedeutet.

Nur ganz wenige Hennen können durch die Initiative „Rettet das Huhn“ an neue Halter vermittelt werden. Dort dürfen sie weiterleben und legen nach der Mauser auch wieder Eier.

Auch bei uns gibt’s demnächst hoffentlich wieder Eier. Auf dem Kotbrett haben wir neulich jede Menge von etwas entdeckt, das wie weiße Schuppen aussah. Es waren kleine Schutzkappen, die von den nachwachsenden Federn abgefallen sind. Angeblich ein sicheres Zeichen dafür, dass die Mauser bald zu Ende ist.

IMG_1471IMAG2834

Unsere Hühner haben eine 5-Tage-Woche

„Ich wollt´, ich wär´ein Huhn! Ich hätte´nicht viel zu tun! Ich legte jeden Tag ein Ei und Sonntags auch mal zwei!“ Das Lied kennt nur wirklich jeder. Und immer, wenn die Sprache auf unsere Hühner kommt, fängt irgend wer an es zu singen. Was erstens nicht immer schön klingt und zweitens mit der Realität zumindest in in unserem Garten nicht zu tun hat.

Nach der Rückkehr aus unserem Urlaub, während dessen sich unsere Nachbarn liebevoll um unsere vier Stadthühner gekümmert hatten, stellten wir mit Freude fest, dass inzwischen jedes Huhn Eier legt. „Wir hatten jeden Tage vier Eier!“, verkündete unsere Nachbarin Birgit freudestrahlend und schürte damit eine gewisse Erwartungshaltung bei uns. Leider wurde diese nicht erfüllt.

IMG_1266

Es gibt schon mal Tage, an denen vier Eier in den Nestern liegen. In der Regel finden wir aber nur drei Eier. Und manchmal sind es sogar nur zwei. „Komisch, bei uns waren es immer vier Eier!“, sagt Birgit dann und weckt den Eierneid in uns. Vielleicht lag´s am Mais, den Birgit den Hühner gegeben hat? Wir haben es probiert. Gebracht hat es nichts.

IMG_1324

Blicken wir der ernüchternden Realität und den harten Fakten schonungslos ins Gesicht: unsere Hühner sind offenbar gewerkschaftlich organisiert und arbeiten höchstens fünf Tage pro Woche! Die Rechnung ist einfach: Im Wochenschnitt kommen wir auf 21 Eier! Geteilt durch vier Hühner sind das 5,25 Eier pro Huhn und Woche…. also eine 5-Tage-Woche mit gelegentlichen Überstunden.

In unserem Fall müsste das „Jeden-Tag-Ein-Ei-Lied“ also eigentlich so gehen: „Ich wollt, ich wär´ ein Huhn! Ich hätt´ nicht viel zu tun! Fünf Tage lege ich ein Ei… und dann nehm´ ich zwei Tage frei!“

IMG_1278

Aber natürlich gönnen wir unseren Hühnern ihre freie Zeit. Auch wenn sie nicht jeden Tag ein Ei legen, bereiten sie uns doch jeden Tag Freude. Ihnen beim Picken, Scharren und Laufen durch den Garten zuzusehen, ist unglaublich beruhigend und macht uns – auch wenn das vielleicht komisch klingt – glücklich! Und das ist uns wichtiger als ein paar Eier mehr in der Woche! 

IMG_1329

IMG_1271