Düsseldorfer Heilpraktiker bloggt über Stadtlandeier

Frank Rose ist Heilpraktiker in Düsseldorf und Blogger. Auf seiner Seite rose-gesundheit.de macht er „Nischen-Nischen-Journalismus zu interessanten und außergewöhnlichen Themen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung, Sport, Recht und Zeitgeschehen. Fernab von Mainstream und Verschwörungstheorien.“

Frank interessierte sich für unsere Hühner und meine Kräuterstaffelei. An einem sonnigen Sonntagmittag stand er bei uns im Stadtlandeier-Garten und wir haben uns zu beiden Themen ausgiebig unterhalten. Hier findet Ihr die Interviews zu der Kräuterstaffelei. In Kürze folgt sicherlich auch der zu den Hühnern. Viel Spaß beim Ansehen und erkunden von Franks Blog!

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Einmal Kartoffeln! Immer Kartoffeln!

Ich liebe es, Kartoffeln anzubauen. Sie sind verhältnismäßig anspruchslos, wachsen schnell, haben ein sattes Grün und je nach Sorte auch eine schöne Blüte. Das Beste an Kartoffeln ist aber natürlich, dass man bei der Ernte richtig was in der Hand hat und davon auch noch satt wird. Kartoffeln im eigenen Garten anzubauen ist für mich das Sinnbild für Selbstversorgung.

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Aber, wer einmal Kartoffeln angebaut hat, wird sie so schnell nicht wieder los. Denn aus jeder noch so kleinen Kartoffel, die man bei der Ernte in der Erde nicht gefunden hat, wird im nächsten Jahr eine neue Pflanze. Und wer schon einmal Kartoffeln geerntet hat, weiß, dass man NIE alle findet.

Und so kommt es, dass zwischen unseren Zucchini, die wir lieebevoll vorgezogen hatten, wild die Kartoffeln aus dem Boden schießen. Auf dem Nachbarbeet wachsen friedlich nebeneinander Möhren, Zwiebeln, Rote Beete und… Kartoffeln aus dem Vorjahr. Selbst hinter dem Frühbeet schießen sie hervor… aus einem nur wenige Zentimeter breiten Spalt zwischen Frühbeetkasten und Hochbeetbegrenzung.IMG_1918IMG_1919

Man könnte die „wilden“ Kartoffeln natürlich wachsen lassen und am Ende wieder ernten. Aber nicht immer ist das sinnvoll. Kartoffelplflanzen können sehr viel Platz für sich beanspruchen und behindern dadurch die eigentlich gewollten Pflanzen beim Wachsen. Und sie ziehen natürlich Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, die dann den anderen Pflanzen fehlen. Außerdem gibt es Pflanzen, die mit der Kartoffel in der Nachbarschaft nicht wirklich klar kommen. Rote Beete, Tomaten, Zwiebeln, Erbsen, Gurken, Kürbis und Sellerie mögen die Anwesenheit der Knolle nicht und wachsen unter Umständen schlechter.

Aber ich scheue mich ein wenig davor, die Kartoffelpflanzen rauszureißen. Schließlich hat sich diese Kartoffel vor einem Jahr erfolgreich vor mir versteckt. Jetzt kämpft sie sich nach oben und will leben. Ein etwas romantischer Gedanke. Aber ich lasse die „wilden“ Kartoffeln einfach wachsen. Im nächsten Jahr wird die Erde im Hochbeet sowieso komplett ausgetauscht. Und meine „regulären“ Kartoffeln habe ich dieses Jahr in Mörtelbottiche gepflanzt. Die werden nach der Ernte komplett ausgeleert und dann entwischt mir keine einzige Knolle mehr.

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Die Kräuter-Staffelei – das Kräuterbeet des Cityfarmers für den Balkon

Wer gern kocht, braucht frische Kräuter -am besten aus dem eigenen Garten. Aber für jeden Schnittlauchhalm und Basilikumblatt jedes Mal Treppe runter, rauslaufen und Treppe wieder hoch? Da ist es schon praktischer, wenn die Kräuter auf dem Balkon wachsen. Weil unser Balkon aber nur sehr klein ist, habe ich die Idee eines Kräuterregals aufgegriffen und etwas abgewandelt. So entstand aus Einer Euro-Pelette, einer alten Dachlatte und einer Hand voll Schrauben die „Kräuterstaffelei“. Der Clou: das Regal hängt nicht an der Wand sondern steht auf drei eigenen Beinen, die so ähnlich angeordnet sind, wie bei einer Malerstaffelei.

Wer zahlt eigentlich für billige Lebensmittel?

Famila

Neulich Morgen am Frühstückstisch: „… und schon wieder eine gute Nachricht von Handelskette XY“, klingt es aus dem Küchenradio. „XY senkt die Preise für Molkereiprodukte jetzt dauerhaft. Wenn das keine gute Nachricht ist!“, heißt es weiter. Aber ist diese Nachricht wirklich so gut, wie der freudig erregt klingende Sprecher des Werbespots verkündet? Klar, auf den ersten Blick klingt´s natürlich super: Milch, Jogurt, Käse, Quark… alles billiger, stellenweise bis zu 20 Cent. Die gesunkenen Rohstoffpreise würden dadurch direkt an den Verbraucher weitergegeben werden, heißt es zum Beispiel in einer Pressemitteilung von Aldi zu diesem Thema. Der Rohstoff ist die Milch. Und die kommt vom Milchbauern und seinen Kühen. Der verdient ohnehin schon das wenigste am Liter Milch. Und das, obwohl er eigentlich das hochwertigste Produkt liefert, nämlich echte, unverdünnte und Vitamin reiche Milch. Wenn die Preise für die Rohmilch sinken, muss er den Verlust irgendwie wieder gutmachen. Zum Beispiel, in dem er am Futter spart. Billigeres Futter ist aber oft auch minderwertiger und von zweifelhafter Herkunft und Zusammensetzung. Das beweisen die Futtermittelskandale der vergangenen Jahre, in denen es um Dioxin und Mineralöl im Tierfutter ging. Die niedrigen Milchpreise können aber auch über mehr Masse ausgeglichen werden. Das heißt, mehr Kühe oder mehr Milch pro Kuh. Die Haltungsbedingungen verschlechtern sich. Das kann aber das einzelne Tier anfälliger für Krankheiten machen und zum verstärkten Einsatz von Antibiotika führen. In der Mathematik ergibt Minus und Minus Plus. Aber ob schlechteres Futter und schlechtere Haltungsbedingungen bessere Milch ergeben, bezweifele ich. Diese Milch aus der dem Rohstoffpreis angepassten Haltung landet am Ende natürlich beim Verbraucher. In diesem Fall beim XY-Kunden, der eben noch per Radiospot die „gute Nachricht“ erfahren hat, dass er jetzt 10 Cent weniger für den Liter Milch zahlen muss. Der niedrigere Preis wird so zum Bumerang und trifft uns da, wo´s richtig weh tut: bei unserer Gesundheit und der Gesundheit unserer Familie. Und ganz nebenbei führt er zu einer Ausbeutung und Behandlung von Tieren, die höchst fragwürdig und moralisch verwerflich ist. Das gilt natürlich nicht nur für Kühe und ihre Milch. „10er Eier für 99 Cent und 3 Kilo Hähnchen-Schenkel für 4,49 Euro“ sind ähnlich „gute Nachrichten“. Die Frage bleibt nur, für wen?

Ach Du Schreck, das Huhn ist weg! … und ein Wiederfinden mit Überraschung!

Unsere Frau Hoppe ist schon ein ganz besonderes Huhn. Mitte Januar kam sie über die Initiative „Rettet das Huhn“ aus einer Massentierhaltung zu uns. Damals war sie ein Sorgenfall. Heute macht sie uns normalerweise viel Freude. Nur heute morgen sorgte Frau Hoppe für helle Aufregung und echte Sorgenfalten! Das Huhn war weg!

Wir hatten uns in den vergangenen Tagen schon daran gewöhnt, dass Frau Hoppe gleich morgens, wenn die Tür vom Hühnerhaus aufgeht, ihre Runde durch den Garten machte. Irgendwo oder irgendwie geolang es ihr, den abgesperrten und für die Hühner freigegebenen Teil des Gartens zu verlassen und die „verbotene Zone“ zu erkunden. Aber kaum, dass wir den Garten betraten, kam sie immer sofort zu uns gerannt. HEUTE MORGEN NICHT!

Von Frau Hoppe weit und breit keine Spur! Wir durchsuchten den ganzen Garten, guckten unter jeden Busch, drehten jeden Stein um, informierten den Nachbarn, suchten auf der Straße, dreht jeden Stein wieder zurück und fingen wieder von vorne an. Nichts! So langsam fingen wir an, uns Sorgen zu machen. Die schlimmsten Vorstellungen überkamen uns… Fuchs, Marder, wildernder Hund, Luchs, Wolf (man hört ja so viel)…

Dann entdeckte ich sie. Im aller hintersten Winkel des Garten, hinter einer dicken Buche, zwischen einer Schilfmatte und ein paar aufgestapelten Ziegeln saß sie…. auf nicht mehr und nicht weniger als 20 Eiern. Frau Hoppe hatte sich jeden Morgen aus dem Staub gemacht, um in ihrem „Privat“nest mal ganz in Ruhe und ohne von den anderen gestört zu werden, ein Ei zu legen. Vor allem für Familienmitglieder eine verlockende Vorstellung. 😉IMG_1917

Gleich nach dem Legen ihres Ei´s, gesellte sich Frau Hoppe wieder zu den anderen Hühnern. Ganz offensichtlich hatte sie nicht das Bedürfnis und den Drang, die Eier auszubrüten. Das wäre angesichts der Tatsache, dass sie unbefruchtet sind, auch ein ziemlich sinnloses Vorhaben gewesen für die Henne. Aber gelegentlich gibt es so etwas. „Glucken“ nennt man diesen Bruttrieb. In der Zeit frist die Henne nichts oder nicht viel. Deshalb kann das „Glucken“ für eine Henne gefährlich werden, wenn sie schwach ist oder, wie in unserem Fall, ewig und drei Tage unbefruchtete Eier ausbrüten will.

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Frau Hoppes 20-Eier-Berg landete erst im Korb und dann in der Küche zum Frischetest. Will man wissen, ob ein Ei noch frisch ist, muss man es in ein hohes Gefäß mit Wasser legen. Bleibt es unten liegen, ist es frisch. Stellt es sich aufrecht, ist es durchgegart noch genießbar. Schwimmt es aber oben, dann sollte man es entsorgen. In unserem Fall lagen alle Eier wie ein Stein auf dem Grund des Glases. Also, alle genießbar!

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Künftig sehen wir immer auch in Frau Hoppes heimlichem Nest nach, ob ein Ei drin liegt. Für die Kinder ist das, als wäre jeden Tag Ostern. Und das, Dank Frau Hoppes Extravaganz. Sie ist eben ein ganz besonderes Huhn.

Unsere Hühner im TV – Das Hamburg Journal berichtet über Helga, Heide, Hilde & Co

Das Fernsehen war zu Gast im Stadtlandeier-Garten. Für die Sendung „Hamburg Journal“ im NDR-Fernsehen wurde ein Osterbeitrag gedreht, in dem es um unsere Hennen, ihre Eier und unser Landleben in der Großstadt geht.

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Fernsehen unseren Hühnern einen Besuch abstattet. Auch das ZDF war schon da und hat für „Drehscheibe Deutschland“ und „heute in Deutschland“ gedreht. Das Thema „Hühner in der Großstadt“ scheint medial voll einzuschlagen.

Uns soll´s Recht sein. Vielleicht werden durch die Fernsehbeiträge noch mehr Menschen ermutigt, auch in der Stadt Hühner zu halten und sich selbst dadurch eine Alternative zur Massentierhaltung zu schaffen.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Landleben-in-der-Grossstadt,hamj39948.html

Darf ich vorstellen? Frau Hoppe!

Frau Hoppe kam im Januar über die Initiative „Rettet das Huhn“ zu uns. Bis dahin lebte sie zusammen mit rund 800 anderen Hennen in Freilandhaltung. Weil mit dem Einsetzen der Mauser die Legeleistung nachließ, sollten die 800 Hennen ausgestallt, sprich entsorgt werden, um Platz zu machen für neue produktivere Hühner. Als Frau Hoppe und noch eine weitere Henne, Henriette, bei uns ankamen, waren sie beide in einem bedauernswerten Zustand. Nach zwei Monaten haben sich beide Hennen aber gut erholt und aus Frau Hoppe ist ein richtig schönes Huhn geworden, das auch wieder fleißig Eier legt.