896 Millionen weniger tote Tiere, wenn wir nur noch einmal pro Woche Fleisch essen

Was wäre, wenn wir unseren Fleischkonsum um 80 % reduzieren würden? Wenn also statt täglich Wurst, Schnitzel, Roulade, Frikassee, Bulette und Steak nur einmal die Woche Fleisch auf den Tisch käme? Die Antworten gibt es in diesem Video. Und ich möchte gern noch folgendes hinzufügen, was nicht erwähnt wird:

Weniger ist leckerer
Die verhältnismäßig geringe Menge Fleisch, die fortan verbraucht werden würde, müsste nicht mehr „industriell“ durch Massentierhaltung erzeugt werden. Stattdessen könnten wieder kleine und mittelständische Bauern Kühe, Schweine und Hühner halten und das Fleisch verkaufen. Das nutzt den Verbrauchern, weil das Fleisch eine bessere Qualität hat. Es nutzt den Tieren, denn die Haltung könnte wiederum auf eine Art und Weise geschehen, die den Tieren gerecht wird und sie nicht zu Rohstofflieferanten degradiert. Und es nutzt den Bauern, denn das Kilo Fleisch können sie für gutes Geld verkaufen. Da wir den Rest der Woche kein Fleisch mehr essen, können wir uns den „gute“ Sonntagsbraten auch etwas kosten lassen.

Klimakiller Käse!
Was in dem Bericht nicht erwähnt wird, ist das Problem „Milchwirtschaft“. Denn was für die Fleischproduktion gilt, hat seine Gültigkeit auch bei der Produktion von Milchprodukten. Auch diese Kühe fressen sehr viel. Auch diese Kühe produzieren sehr viel Treibhausgas. Und was vielen nicht bewusst ist: wenn eine Kuh Milch geben soll, muss sie regelmäßig kalben… also ein Baby zur Welt bringen. Die Kuhkälber kann der Bauer gebrauchen, denn auch sie geben später Milch. Aber was macht er mit den Bullenkälbern? Sie werden nur geboren, um zu sterben. Denn ganz krass ausgedrückt, sind sie ein Abfallprodukt der Milchindustrie.

Umdenken statt zwingen!
Man kann niemanden dazu zwingen, weniger Fleisch zu essen. Mit entsprechenden Gesetzen könnte man sicherlich die Bedingungen für die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten verschärfen, um die Zucht und Haltung entsprechender Tiere artgerechter zu machen. Dadurch würden sich automatisch die Preise für Milch- und Fleischprodukte erhöhen und der Kunde weniger kaufen. Zwei Gründe sprechen jedoch dagegen:
1. Unsere Regierung steckt ganz tief im A… der industriellen Landwirtschaft!
2. Der Verbraucher denken nicht um sondern wird nur zu einem anderen Handeln gezwungen. Das ist so, als würde jemand nur auf´s Auto verzichten, weil ihm der Sprit zu teuer ist, und nicht, aus Gründen des Umweltschutzes.

Für alle die skeptisch sind, ob sie auf Fleisch verzichten können, habe ich noch was aus eigener Erfahrung. Ich esse gern Fleisch und habe früher auch täglich Fleisch gegessen. Alena, meine Frau ist dagegen seit ihrem 7. Lebensjahr Vegetarier und lebt in zwischen vegan. Bei uns zu Hause kommt deshalb kein Fleisch auf den Tisch und ich kann wirklich sehr gut damit leben. Fleisch esse ich nur auswärts. Nur im Sommer, wenn es rundherum nach Gegrilltem riecht, werde ich unruhig. Aber für die paar Male im Jahr, gönne ich mir dann auch das gute und sicherlich auch teure Fleisch.

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Entdeckt! Schmiedekurs im Freilichtmuseum Kiekeberg

Hammer, Amboss, Zange, Esse und gelb glühendes Eisen! Ich kriege bei diesen Begriffen ein Leuchten in den Augen und ein Jucken in den Fingern. Schon lange habe ich davon geträumt, mal einen Schmiedekurs zu machen. An diesem Wochenende war es nun endlich soweit. Schon vor Monaten hatte ich den Kurs im Museum Kiekeberg vor den Toren Hamburgs gebucht. Zusammen mit sieben weiteren Schmiedeinteressierten stand ich am Samstagmorgen bei eiskaltem Wetter vor dem Tor des Museums. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: es sollte der letzte Moment an diesem Wochenende sein, an dem mir kalt war. Dafür sorgte nicht nur die Esse mit dem Schmiedefeuer sondern auch Kursleiter Heinrich mit seinen Anweisungen. Heinrich sieht zwar aus wie Lukas, der Lokomotivführer, führt in seiner Schmiede aber ein hartes Regiment. Unter seiner putzigen Prinz-Albrecht-Mütze steckt das Wissen aus mehreren Jahrhunderten Schmiedekunst und er ließ uns daran teilhaben durch mindestens genau so alte Sprüche. „Wir dengeln nicht, wir schmieden!“, hieß es immer dann, wenn das Eisen nicht mehr warm genug – also gelb glühend – war. Heiß war das Eisen nie, denn „heiße Eisen fassen andere an“, sagte Heinrich etwa 1 Mal pro Stunde. Am Ende des Wochenendes hatte ich jede Menge Russ in der Nase, Schmerzen im rechten Arm und drei Mitbringsel in der Tasche, einen Flaschenöffner (er funktioniert), einen Wandhaken (kann man immer gebrauchen) und einen Kettenanhänger… und natürlich das Gefühl, etwas richtig Geiles gemacht zu haben.

Der Schmiedekurs im Freilichtmuseum Kiekeberg bei Hamburg kostet rund 100 Euro, dauert zwei Tage und ist nur für Erwachsene. Zusätzlich gibt es noch einen Kurs für Jugendliche und einen reinen Frauenkurs. Man muss allerdings etwas Geduld aufbringen, weil die Kurse oft schon weit über ein halbes Jahr vorher ausgebucht sind.

Entdeckt! Mighty Oaks – Großstadt-Folk für´s Stadtland-Volk

„Treffen sich ein Ami, ein Brite und ein Italiener in Hamburg…“, so fangen normalerweise mal mehr mal weniger gute Witze an. So begann aber auch die Karriere der Mighty Oaks, einer multinationalen Folkband aus Berlin. Gerade haben sie ihr erstes Album „Howl“ veröffentlicht. 12 tief ins Ohr gehende Songs mit starker Folk-Attitüde zum Frühstücken-auf-dem-Balkon und Abends-am-Lagerfeuer-sitzen und allem, was man dazwischen machen kann.

Mighty_Oaks_Cover

Allein auf „Folk“ wollen sich die drei Wahlberliner zwar nicht reduziert lassen, aber die Assoziationen zu den Lumineers und Mumford & Sons sind automatisch da, wenn man die Mightys mit Mandoline, akkustischer Gitarre und Drei-Satz-Gesang „herrummachen“ hört. Dass sie mit ihrer Musik offenbar gerade voll den Nerv der Zeit treffen, war angeblich nicht geplant, dürfte aber beim Finden eines Labels auch nicht gestört haben.

Die plötzlich überall aufflammende Begeisterung für Folk erklärt Sänger Ian, der Ami aus Seattle, mit der wiederentdeckten Liebe zur Natur und allem Ursprünglichen vor allem auch bei jungen Leute. Ian: „Allein wenn ich sehe, wie viele Leute am Wochenende in Berlin zu ´nem Baggersee rennen. Das hat´s doch früher nicht gegeben.“

Mehr Mighty Oaks gib´s auf dem aktuellen Album „Howl“ und vor allem auch bei YouTube.