Hamburger Abendblatt berichtet über unsere Hühner

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat sich die Hamburger Journalistin Melanie Wassink dem Thema „Private Hühnerhaltung in Hamburg als Alternative zur Massentierhaltung“ gewidmet und uns als ein Beispiel vorgestellt. Heute wurde der Artikel im Wirtschaftsteil des Abendblatts veröffentlicht. Aus unserer Sicht eine gelungene Reportage. Den kompletten Artikel gibt´s >>>hier<<<

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Das Hamburger Abendblatt ist unseren Hühnern übrigens gut bekannt. Denn mit der Ausgabe vom Vortag legen wir täglich das Kotbrett aus. Das erleichtert das Säubern.

Sagt das eine Huhn zum anderen: „Du, wir sind im Abendblatt“. Darauf das andere: „Drauf geschissen!“

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4 Gedanken zu “Hamburger Abendblatt berichtet über unsere Hühner

  1. Liebe Familie Kuna-Wagenhuber,
    mit großer Freude habe ich den Artikel im Abendblatt und auch Ihre Web-Site gelesen bzw. angeschaut. Auch ich gehöre zu den Leuten, die in der Hansestadt Hühner halten – inzwischen seit 17 Jahren – mit Hahn und dennoch in guter Nachbarschaft. Außer uns gibt es in der Nähe noch 3 andere Familien mit demselben Hobby. Wir helften uns gegenseitig und tauschen Erfahrungen aus. Eine der Familien war kürzlich in einem Beitrag des NDR-Hamburg-Journals zum Thema “Stadthühner” im Fernsehen.
    Ich finde, Sie haben die Sache mit der Hühnerhaltung super vorbereitet und viele gute Ideen umgesetzt.
    Ein paar Anmerkungen zum Artikel (den Sie natürlich nicht verantworten) möchte ich hier machen:
    – Auf einem Balkon sollte man keine Hühner halten. Das geht nicht artgerecht wegen Platzmangels, Sonneneinstrahlung, Hygiene, … Es kommt zu Langeweile, Kannibalismus und Gesundheitsschäden für die Tiere. Vor Jahren habe ich mal 3 Hennen von Balkonhaltern in Billstedt übernommen, weil die Leute dringend nach Abhilfe suchten.
    – Hennen haben je nach Rasse individuelle Legesequenzen und machen nach 2,3 oder 4 Eiern einen Tag Pause zur Regeneration. Jeden Tag ein Ei können nur Industrie-Hühner legen, die genetisch so drauf sind und entsprechend gehalten werden – bis zur Erschöpfung und “Erlösung”.
    – Ich rate dringend davon ab, solche ausgemergelten Hühner in die Freilandhaltung zusammen mit artgerecht gehaltenen Tieren zu übernehmen. Das Leiden könnte sich verlängern und verstärken: Die bereits vorhandenen Tiere leben in einer Rangordnung und werden höchstwahrscheinlich die hinzukommenden Tiere – die das nicht kennen – traktieren und verletzen – bis hin zu blutenden Wunden. Die Batterie-Hühner können mit einem artgerechten Lebensraum nichts anfangen (Bodenhaltungstiere evtl. etwas eher), sie können kaum noch laufen und scharren, fressen das natürliche Futter nicht, kennen keine normalen Tränken, jagen keine Regenwürmer – haben eher Angst davor. Dazu kommt, dass die Tiere überhaupt nicht vom Immunsystem her auf all die Keime eingestellt sind, mit denen sich die natürlich gehaltenen Tiere von klein auf auseinandergesetzt haben. Das heißt, die Tiere werden aufgrund ihrer vorherigen Isolation dahingerafft. Wenn einzelne solcher Tiere die notwendigen 1-2 Jahre der Regeneration überleben, dann leben/legen sie dennoch nicht mehr lange, weil sie doch schon sehr vorgeschädigt waren. Unter guten Bedingungen können Haushühner übrigens (je nach Rasse: große, schwere Tiere kürzer – Zwerghühner länger) bis zu 20 Jahre alt werden – mein ältestes wurde 16.
    – Mein Vorschlag wäre: Man sollte das Leiden der Industrie-Hennen nicht durch kaum von Erfolg gekrönte punktuelle “Rettungsaktionen” verlängern, die letztlich auch nur Platz schaffen für die Einstallung der nächsten bedauernswerten Generation und nur unserem menschlichen Hilfsbedürfnis entgegenkommen. Es gibt eine andere, viel bessere Möglichkeit, etwas für Hühner zu tun: Viele alte Hühnerrassen sind in ihrer Existenz bedroht, weil sie nicht so wirtschaftlich sind wie die Hochleistungshybriden aus den genetisch eng geführten und patentierten Zuchtlinien der Industrie. Hier geht laufend wertvolles Erbgut verloren, das eines Tages die Geflügelhaltung – wenn sie vollends in der Sackgasse gelandet ist – sichern/retten könnte.
    Die meisten in Vereinen organisierten Rassegeflügelzüchter sind alt (viele über 80), Nachwuchs gibt es in den Vereinen nur wenig, weil sich keiner mehr damit abgeben mag und so ein Vereinsleben mit viel Idealismus heute nicht mehr beliebt ist. So werden die Zuchtstämme der Züchter bei Aufgabe oder Ableben von deren Angehörigen abgeschafft – verwertet. Wenn man solche Zuchtstämme retten würde, hätte man Tiere, die das natürliche Leben im Garten gewohnt sind und zu nutzen wissen, man könnte sich eine für die jeweiligen Verhältnisse (Platz) und Bedürfnisse passende Rasse aussuchen und man täte etwas wirklich Gutes hinsichtlich der Diversität des genetischen Pools! Wir halten solche Tiere und das macht viel Freude.
    – Übrigens: Auch die Kennhühner wurden extra erzüchtet, damit man sofort nach dem Schlüpfen die Hähnchen – die im Gegensatz zu den Hennen grau und nicht braun aussehen – eliminieren kann …
    – Der Einsatz von Antibiotika ist in der Freiland- und ökologischen Haltung nicht nur erlaubt, sondern unerlässlich und oft höher als in der isolierten industriellen Haltung. Grund: Die Tierzahlen sind auch hier aus wirtschaftlichen Gründen hoch und der Auslauf überlastet, so dass Epidemien begünstigt werden; es gibt Kontakt zu Wildvögeln, die alle möglichen Krankheitskeime in die Auslaufflächen eintragen, und die hohe Anzahl Tiere führt zu Stress (Hühner können nur in begrenzter Anzahl (max. 30 Individuen) eine (für sie beruhigende) Rangordnung aufrecht erhalten, ansonsten leben sie in Unsicherheit und ständigen Auseinandersetzungen und dieser Stress macht sie krankheitsanfällig.
    Ihre echt tolle Initiative verdient alle Unterstützung und ich wollte gerne diese Gedanken mit Ihnen teilen. Falls Sie weiteren Kontakt wünschen, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.
    Ich halte nicht immer solche “Monologe” wie diesen Text, aber der Artikel hat mich zum Schreiben animiert.
    Herzliche Grüße von Uwe Nissen

    • Hallo Herr Nissen, spät kommt sie aber sie kommt, die Antwort auf Ihre Mail. Vielen Dank erst einmal für die Anerkennung und Ihre Gedanken zu der Thematik „Aufnahme von Hybriden“. Wir haben unsere ausgemusterten Hochleistungshennen inzwischen, weil wir das schon vor langer Zeit mit den rettet-das-Huhn-Leuten so vereinbart hatten und keinen Rückzieher machen wollten. Unsere Erfahrungen mit diesen beiden Hennen werde ich demnächst noch einmal auf stadtlandereier.de bloggen. Ihre Anmerkungen zum Erhalt alter Rassen und dem damit verbundenen Schutz des Genmaterials sind bei uns aber auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. Ursprünglich wollten wir Vorwerkhühner haben, weil diese aus unserer Ecke (Othmarschen) und aus der Zeit (1910) als unser Haus gebaut wurde stammen. Für die Bielies hatten wir uns erst später auf Grund ihres Kennhuhn-Merkmals entschieden.
      Ich freue mich, in Ihnen einen erfahrenen Ansprechpartner gefunden zu haben, wenn´s mal Probleme mit Hamburgs Hinterhofhühner gibt. Mit besten Grüßen SKW

  2. Hallo! Schöner Artikel. Und übrigens auch schönes Häuschen, gibt es da einen Bauplan?
    Was die Ex-Batts angeht, bin ich nicht ganz so kritisch eingestellt wie Herr Nissen. Ich habe die Ex-Batts in England über den British Hen Welfare Trust kennen gelernt und finde es grundsätzlich ganz gut. Ja, die Hybriden brauchen nach der Zeit im Hühnerknast besondere Aufmerksamkeit, viele Tiere sind nicht nur total gestresst und vom Dauerlegen ausgezehrt, sondern werden auch von innen und außen von Parasiten aufgefressen. Wurm- und vor allem Milbenkuren müssen da wohl viel häufiger bzw. in viel kürzeren Abständen durchgeführt werden, wie bei den Liebhaberrassen. Auch sind sie nach meinem Empfinden eher ruhige Vertreter und daher setze ich mir auch keine Ex-Batts zu meinen Zwergen, die ja ziemlich aktiv sind. Ich denke aber, dass sie mit ruhigen Großrassen schon ganz gut nach einer Eingewöhnungszeit zu vergesellschaften wären. Klar müssen die vieles lernen, was die Futter suche angeht, aber gerade ein erfahrener, freundlicher Hahn oder eine verantwortungsvolle Ober-Henne kann da ja helfen. Anfangs muss man da wohl auch in für Hobbyhalter sonst ungewohntem Umfang mit Futterzusätzen der entstandene Vitamin- und Mineralstoffmangel ausgleichen werden und die Stangen nicht ganz so hoch anbringen, weil Springen und Fliegen einfach am Anfang nicht möglich ist. Auch Pullis für die ganz kahlen Tiere werden ja von den Tierschützern angeboten, denn sonst bewegen die sich ja nie von der Wärmelampe weg und haben nichts von der neuen Freiheit.
    Wenn man sich aber auf diese besonderen Bedürfnisse einstellen kann und regelmäßig Ergänzungsfutter füttern will, können die trotzdem noch ein paar Jahre recht glücklich im Garten herum tuckern, schließlich werden die meisten Hybriden ja schon nach 12-15 Monaten ausgestallt. Meine fangen da erst so richtig an zu legen, die ersten sechs Monate werden die nämlich nur größer und dann werden sie erstmal schön und dann kommt auch mal ein Ei. Zeit um Muskeln, Knochen und auch ein kräftiges Immunsystem zu entwickeln fehlt den Hybriden halt, da muss man sich als Halter drauf einstellen.

    • Hallo lakeofbees2014, Danke für die Komplimente und die aufmunternden Worte bezgl. der „ausrangierten“ Hybriden. Vom Haus gibt´s nicht wirklich einen Bauplan. Ich habe es in ein paar Skizzen entworfen und dann sind die Ideen mit dem Bau gekommen.
      Was die Hybriden angeht, sind wir gerade dabei unsere ersten Erfahrungen zu sammeln. Ich werde dazu in Kürze noch einen Blog-Eintag machen. Bisher kann ich nur sagen, dass wir den Entschluss Ex-Batterie-Hühner aufzunehmen zwar nicht bereuen, es aber vermutlich nicht noch einmal machen werden. Denn in einem Punkt hat Uwe Nissen in seinem Kommentar Recht, man macht sich am Ende zum Helfershelfer grau des Systems, dass man eigentlich ablehnt. Die Lösung kann nicht sein, dass zum Tode verurteilten Hühner ein Gnadenbrot bekommen. Die Lösung kann nur sein, dass es weniger zum Tode verurteile Hühner gibt.

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