Keine Eier! Kein Nutzen! Keine Chance!

Wären unsere Hühner nicht unsere Hühner sondern die eines professionellen Eierproduktionsbetriebes, wären sie jetzt vermutlich schon tot. Denn sie legen keine Eier mehr! Eigentlich ist das völlig normal im Leben einer Henne, denn die Hühner sind in der Mauser. D.h. sie wechseln ihr Federkleid. Das dauert sechs bis acht Wochen und verlangt den Hühnern so viel Energie ab, dass sie einfach keine Eier legen können.

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Bei unseren vier Bielefelder Kennhuhn-Damen war es Mitte September nach 9,5 Lebensmonaten so weit. Zuerst wurden es weniger Eier, dann verloren sie massenhaft Federn, vor allem am Hals. Jetzt sehen sie wie das sprichwörtliche „gerupfte Huhn“ aus und die tägliche Eierausbeute beläuft sich auf 0! In Worten: NULL

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Der Profi-Hühnerbauer, egal ob Bio oder konservativ, kann sich aber tausende Hühner, die über Wochen keine Eier legen und stattdessen nur Kosten verursachen, nicht leisten. Deshalb wird das Einsetzen der Mauser so lange wie möglich durch viel Licht, entsprechendes Futter und sicher auch durch Hormone hinausgezögert. Doch irgendwann lässt sich die Natur nicht mehr überlisten. Die Mauser beginnt und die Hühner werden nach nur wenigen Lebensmonaten zu unproduktiven Produktionseinheiten. Für den Betrieb heißt das: es müssen neue Legehennen her. Und die „alten“ und „unnützen“ Hühner? Sie werden ausgestallt und entsorgt, was nichts anderes als den Tod bedeutet.

Nur ganz wenige Hennen können durch die Initiative „Rettet das Huhn“ an neue Halter vermittelt werden. Dort dürfen sie weiterleben und legen nach der Mauser auch wieder Eier.

Auch bei uns gibt’s demnächst hoffentlich wieder Eier. Auf dem Kotbrett haben wir neulich jede Menge von etwas entdeckt, das wie weiße Schuppen aussah. Es waren kleine Schutzkappen, die von den nachwachsenden Federn abgefallen sind. Angeblich ein sicheres Zeichen dafür, dass die Mauser bald zu Ende ist.

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2 Gedanken zu “Keine Eier! Kein Nutzen! Keine Chance!

  1. Hallo zusammen, voerst gratuliere ich zu dieser sehr gelungenen Seite die sehr informativ und unterhaltsam ist! Ich spiele mich ja auch schon seit Längerem mit dem Gedanken mir Hühner anzuschaffen. Nun sehe ich auf euren Bildern immer wieder den Staketenzaun der mir persönlich sehr gut gefällt und den ich auch gerne als Einzäunung des Hühnergeheges verwenden würde. Ich war mir jedoch nie recht sicher ob der Abstand der Staketen gering genug ist um eine Flucht der Hühner unmöglich zu machen. Jetzt meine Frage, wie funktioniert das bei euch? Ist ein Staketenzaun für diesen Zweck zu empfehlen? Ich bin in Österreich zuhause im schönen Mostviertel. Ganz typisch für Österreich waren damals die alten Rassen wie Sulmtaler oder Altsteyrer. Das sind sehr stattliche Rassen und robust.

    Liebe Grüßen nach Hamburg aus dem derzeit verregneten Mostviertel!
    Freue mich schon auf eine Entwort, mit lieben Grüßen – Horst

    • Moin, Moin aus Hamburg! Die Stakentenzäune funktionieren bei uns sehr gut. Selbst unsere kleineren Hühner quetschen sich nicht zwischen den Streben durch. Es gibt aber was den Staketenabstand angeht sehr unterschiedliche Zäune. Je enger die Staketen geflochten sind, desto teurer ist der Zaun leider auch. Wir haben einen Abstand von 7 cm und sind damit zufrieden. bei der Höhe haben wir uns für 1,20 m entschieden. s kann schon mal vorkommen, dass ein Huhn darüber flattert. Das passiert aber nur, wenn es erschreckt wird. In vier Jahren ist das nur drei Mal vorgekommen. Das hängt natürlich auch von der Flugfreudigkeit der jeweiligen Rasse ab. In der Regel lösen wagerechte Äste oder Balken den Reflex zum Aufbaumen aus. Das Huhn flattert hoch, setzt sich drauf und flattert auf der anderen Seite wieder runter. Die spitzen Enden der Staketen lösen den Reflex nicht aus.
      Viel Spaß mit Deinen Hühnern und beste Grüße ins Mostviertel

      Stefan

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